Beschaffung außerhalb der EU seit der Einführung von CBAM
WAS VERÄNDERT SICH TATSÄCHLICH?
Seit CBAM vollständig in Kraft ist, verändert sich die Kalkulation rund um internationale Beschaffung. Die Frage ist nicht mehr nur, wo ein Produkt technisch am besten oder wirtschaftlich am günstigsten eingekauft werden kann. CO₂ ist zu einem expliziten Kostenfaktor geworden.
Wir stellen fest, dass sich viele Kunden fragen: Ist es noch sinnvoll, Aluminium oder Halbzeuge außerhalb der EU zu beziehen, jetzt wo CBAM Realität ist? Die ehrliche Antwort lautet: Das hängt vom gesamten Business Case ab.
CBAM sorgt dafür, dass bei der Einfuhr bestimmter Produkte aus Ländern außerhalb der EU eine CO₂-Korrektur angewendet wird. Importeure in der EU müssen die im Produkt enthaltenen Emissionen bestimmen und entsprechende Zertifikate erwerben. Der Preis dieser Zertifikate ist an das europäische Emissionshandelssystem gekoppelt und bewegt sich entsprechend mit dem Markt. Dadurch wird CO₂ zu einer variablen Größe in der Kostenstruktur und nicht zu einem festen Faktor.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Beschaffung außerhalb der EU unattraktiv wird. Es bedeutet jedoch, dass die Abwägung komplexer wird.
Wann kann es weiterhin sinnvoll sein?
Wenn der Preisunterschied erheblich ist und auch nach Berücksichtigung der CO₂-Kosten wettbewerbsfähig bleibt.
Wenn Lieferanten transparent über ihre tatsächlichen Emissionen sind und bereit sind, diese verifizieren zu lassen.
Wenn strategische Gründe eine Rolle spielen, beispielsweise spezielle Kapazitäten, Technologien oder Materialverfügbarkeit.
Während früher vor allem Materialkosten, Transport und Lieferzeit im Mittelpunkt standen, kommt nun eine zusätzliche Dimension hinzu. Die Gesamtkosten müssen inklusive CO₂ bewertet werden. Und dieser CO₂-Anteil ist nicht statisch; er hängt sowohl von regulatorischen Entwicklungen als auch vom ETS-Preis ab.
Damit verschiebt sich die Diskussion von „niedrigstem Einkaufspreis“ hin zu „niedrigsten beherrschbaren Gesamtkosten“.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt.
CBAM erfordert nicht nur finanzielle Mittel für Zertifikate, sondern auch Transparenz innerhalb der Lieferkette. Wie werden Emissionen berechnet? Handelt es sich um Standardwerte oder um tatsächliche Werte? Wie belastbar ist die Dokumentation? Wer trägt die Verantwortung bei Änderungen der Regulierung? Diese Fragen werden zunehmend von Einkaufs- und Finanzabteilungen gestellt.
In diesem Umfeld geht es letztlich um Risikomanagement, nicht nur um den Preis.
Eine vollständig europäische Lieferkette bietet Planbarkeit innerhalb eines einheitlichen regulatorischen Rahmens. Beschaffung außerhalb der EU kann weiterhin sinnvoll sein, erfordert jedoch aktives Management, Szenarioanalysen und klare Vereinbarungen mit Lieferanten. Die Zeit, in der Herkunft ausschließlich eine logistische Entscheidung war, ist vorbei.
Wie verhält sich das in der Zusammenarbeit mit BOAL?
Bei BOAL verfolgen wir diese Entwicklungen sehr genau. Nicht nur, weil wir selbst in einer internationalen Lieferkette tätig sind, sondern auch, weil wir wissen, dass unsere Kunden in einem sich verändernden Markt strategische Entscheidungen treffen müssen. Dabei ist wichtig zu erkennen, dass nicht jede Form der Beschaffung außerhalb der EU das gleiche regulatorische Profil hat.
In unserer eigenen Lieferkette sehen wir das täglich. Einerseits beziehen wir Aluminium unter anderem aus Island, das über den Europäischen Wirtschaftsraum am europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS) teilnimmt. Andererseits arbeitet unser Werk in De Lier bei spezifischen Kundenprojekten eng mit unserem Schwesterwerk in Leicestershire (UK) zusammen. Das Vereinigte Königreich verfügt über ein eigenes Emissionshandelssystem (UK ETS), in dem (ähnlich wie in der EU)ein CO₂-Preis Bestandteil der Produktion ist.
Für CBAM bedeutet das, dass die CO₂-Komponente in diesen Lieferketten bereits teilweise in der Produktion berücksichtigt wird. Dadurch unterscheidet sich die Beschaffung aus diesen Ländern deutlich von der Beschaffung aus Regionen, in denen kein vergleichbarer CO₂-Preis gilt.
Aus diesem Grund bleibt die Zusammenarbeit mit Partnern in diesen Regionen für uns eine logische Wahl. Sie gibt uns die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Kunden projekt4Centered Image (NEW)addexpandmore-dots ImageeditBoal Productie-131-2.jpgOriginal: 1500 × 1000 default crop: 1500 × 1000Edit infodownloadcroptrashmore-dots Alt TextDE CaptionDE Image (UK)Attach imageOptional: overrides the default image for UK locale bezogen die passendste Lösung zu finden. In bestimmten Fällen kann es daher weiterhin sinnvoll sein, Kapazitäten oder Produkte zwischen unseren Standorten auszutauschen, etwa um Kunden in bestimmten Branchen optimal zu bedienen oder die Materialverfügbarkeit sicherzustellen.
Da dies innerhalb einer integrierten Organisation erfolgt, mit Transparenz über Herkunft und Emissionsdaten, können solche Entscheidungen auf Basis des Gesamtbildes getroffen werden: Verfügbarkeit, Regulierung, Kosten und langfristige Risiken.
Möchten Sie sich über die Auswirkungen von CBAM auf Ihre Beschaffungsstrategie oder Ihre Projekte austauschen? Dann betrachten wir gemeinsam gerne die gesamte Abwägung; pragmatisch, sachlich und mit Blick auf Technik und Wirtschaftlichkeit.
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