Blog 29 | 01 | 2026

Aluminium lässt sich erst wirklich verstehen, wenn man es in den Händen hält

Aluminium, als Werkzeug für Bauunternehmer, Konstrukteure und Ingenieure.

Ein Profil, noch warm aus der Presse, ein Querschnitt, der genau zeigt, wo die Kräfte verlaufen, ein Prototyp, den man drehen, testen und anpassen kann. In der Baupraxis geht es nicht um Materialwahl auf dem Papier, sondern um Lösungen, die unter Zeitdruck, Witterungseinflüssen, Toleranzen und Montageanforderungen funktionieren. Dort beweist sich extrudiertes Aluminium - nicht als Konzept, sondern als Werkzeug für Bauunternehmer, Konstrukteure und Ingenieure.

Bei BOAL Extrusion beginnt jede Anwendung mit derselben Frage: Was muss dieses Profil in der Praxis aushalten? Nicht in abstrakten Begriffen, sondern in konkreten Situationen: Windlast an einer Fassade, Wasserabführung in einer Gewächshausrinne, Maßhaltigkeit im Prefab, Kabelführung im Gewerbebau. Deshalb liegen bei unseren Gesprächen keine Broschüren auf dem Tisch, sondern Profile, Skizzen und Prototypen. Diese physischen Objekte lenken das Gespräch und zeigen, wie Aluminium in unterschiedlichsten Bauprojekten den Unterschied macht.

Ein offenes Gespräch

In einem Raum voller Profile, Prototypen und Prüfteile setzen sich vier Spezialisten von BOAL Extrusion - Elke Tabak‑Keller, Ton Koldewijn und Eric Klever - gemeinsam mit Niels Schouten, Senior Industrial Design Engineer bei Fabrique Invent, an den Tisch, um ihre Erfahrungen aus der Baupraxis auszutauschen. Kein formelles Interview, sondern ein offenes Gespräch, in dem wir Profile in die Hand nehmen, Querschnitte besprechen und konkrete Bausituationen durchgehen. Vier Menschen aus der Fertigungsindustrie, die Aluminium nicht als reine Materialwahl betrachten, sondern als etwas, das man konstruiert, testet, optimiert und in realen Projekten einsetzt.

Fabrique Invent aluminium profiles

Legierungen der 6000er‑Serie bilden das Rückgrat für Zirkularität, Nachhaltigkeit und Komplexität – aber warum?

Ton schiebt ein Profil nach vorne, mit mehreren Kammern, Rippen und integrierten Befestigungspunkten. „Das ist typisch 6000er‑Serie“, sagt er. „Stark, formbar und endlos recycelbar. Genau deshalb spielen diese Legierungen eine so große Rolle in modernen Bauprojekten.“ Elke nickt. „Kunden wollen immer häufiger wissen, wie zirkulär und nachhaltig ihr Material ist. Und mit Aluminium aus Legierungen der 6000er‑Serie kann man das wirklich zeigen. Das Material behält seine Qualität – auch nach mehreren Lebenszyklen.“ Niels ergänzt: „Für uns als Designer ist es die perfekte Kombination. Man kann komplexe Geometrien entwickeln, ohne bei Nachhaltigkeit im umfassenden Sinne Abstriche zu machen. Das ist selten.“ Eric lächelt: „Und das Schöne ist: Zirkularität, Nachhaltigkeit und Komplexität müssen sich nicht widersprechen. Bei Aluminium verstärken sie sich sogar.“

"Die 6000er‑Serie ist der Sweet Spot: technisch anspruchsvoll, vollständig zirkulär und qualitativ hochwertig - und damit äußerst nachhaltig."

Ton Koldewijn - Technical Support Manager

Gestaltungsfreiheit ist nur dann wertvoll, wenn sie auch herstellbar ist

Als das Gespräch in Richtung Design geht, beugt sich Niels nach vorne. „Gestaltungsfreiheit ist großartig - aber nur, wenn sie auch herstellbar ist. Ein Profil kann auf dem Papier brillant sein, aber wenn es nicht extrudierbar ist, bringt es nichts.“ Ton lächelt. „Da kommen wir ins Spiel. Manchmal reicht ein zusätzlicher Radius oder eine leicht andere Wandstärke, um ein Design überhaupt realisierbar zu machen.“ Elke ergänzt: „Und genau deshalb wollen wir früh mit am Tisch sitzen. Im Wohnungs- und Gewerbebau möchten Designer oft vieles integrieren: Lüftungskanäle, Befestigungspunkte, Kabelkanäle. Das ist alles möglich.“ „Vor allem, wenn man es klug angeht“, fügt Niels von Fabrique Invent hinzu. Eric: „Im Prefab-Bereich ist das noch extremer. Dort bestimmt die Herstellbarkeit buchstäblich die Baugeschwindigkeit. Ein Profil, das beim ersten Extrudieren richtig aus der Matrize kommt, spart Tage auf der Baustelle.“

Gestaltungsfreiheit ist kein Selbstzweck; sie wird erst dann wertvoll, wenn sie auch herstellbar ist.

Niels Schouten - Senior Industrial Design Engineer Fabrique Invent

LCA und EPD – die Zahlen hinter der Nachhaltigkeit

Elke schiebt eine EPD nach vorne. „Solche Dokumente werden immer wichtiger. Besonders im Gewerbe- und Wohnungsbau, wo die Anforderungen an Nachhaltigkeit immer strenger werden.“ Ton: „Eine LCA zeigt genau, wo die Auswirkungen liegen: Legierung, Energiequelle, Verarbeitung. Aluminium schneidet dort überraschend gut ab – vor allem, wenn man recyceltes Material wie BLEU by BOAL einsetzt.“ Niels: „Für uns ist es zu einem Designwerkzeug geworden. Wenn eine bestimmte Legierung 20 % weniger CO₂ ausstößt, berücksichtigen wir das im Entwurf. Man kann Nachhaltigkeit wirklich im umfassendsten Sinne steuern.“ Eric: „Und Kunden wissen das zu schätzen. Sie wollen harte Zahlen, kein Marketing.“

Intelligente Bearbeitung – weniger Fehlerkosten, schnellere Montage

Ton nimmt ein Profil mit integrierten Stanzlöchern in die Hand. „Hier vermeidet man Fehlerkosten. Nicht auf der Baustelle, sondern hier, in der Fabrik.“ Eric: „Im Prefab‑ und Fassadenbau ist das entscheidend. Je mehr man im Vorfeld löst, desto weniger Risiken gibt es bei der Montage.“ Elke: „Und im Wohnungs‑ und Gewerbebau geht es um Geschwindigkeit. Intelligente Bearbeitung bedeutet: weniger Toleranzfehler, weniger Arbeitsschritte, weniger Verzögerungen.“ Niels: „Wir entwerfen immer häufiger mit dem Gedanken: Was können wir bereits in der Extrusion oder Bearbeitung integrieren? Das beschleunigt alles.“

Smart aluminium profiles

Fokus auf den Bau, aber warum?

BOAL und Fabrique Invent haben einen klaren Branchenfokus: Wohnungsbau, Gewerbebau, Fassadenbau, Prefab und - im Fall von BOAL Extrusion - sogar Gewächshausbau. Warum gerade diese fünf Bereiche? Und warum ist extrudiertes Aluminium von BOAL Extrusion darin eine so logische, ja sogar unverzichtbare Wahl?

Wohnungsbau

Fangen wir beim Wohnungsbau an. Warum ist Aluminium hier so relevant?

Elke: „Wohnungsbau dreht sich um Komfort und Ausstrahlung. Bewohner wollen Licht, Raum und einen modernen Look. Aluminium ermöglicht das mit schlanken Profilen, die große Glasflächen tragen, ohne massiv zu wirken. Gleichzeitig erreicht man mit thermischen Trennungen hohe Dämmwerte. Und das Material ist nahezu wartungsfrei, ein enormer Vorteil für Bewohner und Entwickler.“ Ton: „Und man darf die Lebensdauer nicht vergessen. Aluminium hält jahrzehntelang, ohne an Leistung zu verlieren. Das macht es zu einer nachhaltigen Wahl für die lange Frist.“

Gewerbebau

Und wie sieht es im Gewerbebau aus? Das ist doch eine ganz andere Welt?

Eric: „Stimmt, aber die Anforderungen sind ähnlich: robust, zuverlässig und flexibel. Gewerbebau verlangt große Spannweiten, integrierte Technik (Kabeltrassen, Lüftungskanäle, Befestigungspunkte) sowie hohe Brand- und Stabilitätsanforderungen. Aluminium kann all das. Es ist leicht, aber stark. Und Funktionen lassen sich direkt ins Profil integrieren, wodurch weniger Einzelteile nötig sind.“ Ton: „Damit werden Gebäude nicht nur effizienter, sondern auch zukunftssicherer. Man kann schneller anpassen, erweitern oder renovieren.“

Fassadenbau

Fassadenbau wirkt wie ein natürlicher Einsatzbereich für Aluminium. Warum passt es so gut?

Ton: „Fassadenbauer wollen schlank, präzise und langlebig. Aluminium ist dafür nahezu selbstverständlich. Man erhält schlanke, starke Profile, die große Glasflächen tragen, ohne Sicherheitskompromisse. Das Material ist von Natur aus korrosionsbeständig, essenziell für den Außeneinsatz. Und bei der Oberfläche ist alles möglich: Eloxal, Pulverbeschichtung, Farben, Strukturen.“ Elke: „Gestalterische Freiheit ist hier ein echter Vorteil. Architekten können genau die Optik umsetzen, die sie sich vorstellen.“

Prefab

Prefab boomt, warum ist Aluminium hier ein Beschleuniger?

Niels: „Prefab lebt von Vorhersehbarkeit. Alles muss passen, klicken, schieben und montieren - ohne Überraschungen. Aluminium ist leicht, also braucht man weniger Hebekapazität. Es ist maßhaltig, sodass Bauteile perfekt zusammenpassen. Und Funktionen wie Befestigungspunkte, Kammern oder Rippen lassen sich integrieren, wodurch weniger Einzelteile nötig sind.“ Eric: „Das bedeutet: schneller bauen, weniger Fehlerkosten, weniger Risiko auf der Baustelle. Genau darum geht es im Prefab.“

Gewächshausbau

Zum Schluss der Gewächshausbau - ein Bereich, in dem BOAL eine enorme Expertise hat. Was macht Aluminium hier so einzigartig?

Ton: „Hier zeigt Aluminium seine ganze Stärke: schlank, robust, auf maximale Lichtausbeute ausgelegt, intelligent und widerstandsfähig gegen geografische Herausforderungen. Gewächshausbau verlangt maximale Lichtdurchlässigkeit und minimale Verschattung. Schlanke Profile sind daher entscheidend. Aluminium trägt große Spannweiten und bleibt dennoch leicht und elegant.“ Elke: „Intelligente Geometrien verhindern Kondensbildung. Tropfen auf Pflanzen können Schimmel verursachen, unbedingt zu vermeiden. Mit integrierten separaten Wasserabflusskammern in Rinnen ermöglichen wir es den Erzeugern sogar, Regen- und Kondenswasser getrennt abzuleiten. Das ist zentral für nachhaltiges Wassermanagement im Gewächshausbau.“ Eric: „Korrosions-beständigkeit ist ebenfalls ein Muss. Ein Gewächshaus ist eine feuchte, dynamische Umgebung. Aluminium bleibt dort über Jahre stabil.“ Ton: „Gewächshausbau ist eigentlich ein eigenes Fachgebiet. Man entwirft nicht nur eine Konstruktion, sondern ein Mikroklima, in dem alles von Licht, Luft, Wasser und Temperatur abhängt. Aluminium ist hier fast angewandte Physik.“

"Im Gewächshausbau ist Aluminium nicht nur Konstruktion, es ist Licht- und Wassermanagement."

Elke Tabak-Keller - Senior Account Manager

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Das Gespräch endet so, wie es begonnen hat: mit Zusammenarbeit. Niels: „Der Grund, warum unsere Projekte erfolgreich sind, ist, dass wir uns früh einbeziehen. Design, Material und Produktion müssen eine Einheit bilden.“ Ton: „Extrusion ist Co‑Creation. Man kann kein Standardprofil aus dem Katalog ziehen.“ Elke: „Am schönsten ist es, wenn ein Kunde sagt: ‘Ohne euch hätten wir das niemals so hinbekommen.’“ Eric: „Und genau dafür steht BOAL: mitdenken, nachfragen, optimieren und innovieren.“

Aluminium als strategischer Baustein

Was nach diesem begeisterten Gespräch hängen bleibt: Aluminium ist kein Material, das man einfach nebenbei einsetzt. Es ist eine strategische Entscheidung, die Gestaltungsfreiheit, Nachhaltigkeit und Herstellbarkeit vereint. Im Wohnungsbau, Gewerbebau, Fassadenbau, Prefab und Gewächshausbau macht das Material wirklich den Unterschied - vorausgesetzt, man setzt es klug ein.

Stehen Sie vor einer bautechnischen Herausforderung? Oder möchten Sie verstehen, was Aluminium für Ihr Projekt leisten kann? Diese Experten helfen Ihnen gern, eine passende Lösung zu finden. Fordern Sie sie ruhig heraus!

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